Investitions- und Finanzierungsplanung

Investitionsmaßnahmen gehören zu den wichtigsten unternehmerischen Entscheidungen. Sie sollten daher unbedingt betriebswirtschaftlich fundiert sein.

Genaue Berechnungen über die Wirtschaftlichkeit einer geplanten Investition lassen späteren Katzenjammer erst gar nicht aufkommen. Gerade bei der Fremdfinanzierung gilt es festzustellen, ob sich eine Investition überhaupt rechnen kann. Und wenn Sie einen Kredit der Hausbank wollen, fordert auch diese zumeist eine Investitionsrechnung von Ihnen, um die Sinnhaftigkeit Ihrer Investition zu überprüfen. Im folgenden geben wir Ihnen ein Beispiel, wie eine solche Investitionsrechnung erstellt werden kann:

Beispiel einer Investitionsrechnung
Sie planen die Einführung eines neuen Produktes, für dessen Herstellung eine Maschine benötigt wird, die um S 100.000,- angekauft werden muss. Nach 3 Jahren wollen Sie diese Maschine dann wieder zu einem Restwert von S 20.000,- verkaufen. Von Ihrem neuen Produkt wollen sie jährlich 10.000 Stück zu einem Preis von S 14,- verkaufen. Aufgrund von bereits ähnlichen vorhandenen Produkten rechnen Sie dort aber mit Umsatzeinbußen von S 20.000,- jährlich.

Die Produktion eines Stückes Ihres neuen Produktes kostet Sie S 6,- (direkte Kosten). Für die Instandhaltung der Maschine planen Sie 10.000,-- pro Jahr ein. Einen weiteren, oftmals vernachlässigten Faktor müssen Sie unbedingt berücksichtigen: die sogenannten „kalkulatorischen Zinsen“. Würden Sie Ihr Geld nämlich nicht in eine neue Maschine stecken, sondern anderweitig veranlagen (etwa in Aktien oder auf einem Konto), würden Sie dafür ja Dividenden oder Zinsen erhalten. Diese Zinsen entgehen Ihnen aber, da Sie Ihr Geld ja für den Ankauf der Maschine benötigen. Diese entgangenen Zinsen (=kalkulatorischen Zinsen) werden daher als Kostenfaktor in Ihre Investitionsrechnung aufgenommen. Wir nehmen diesen Zinssatz der Einfachheit halber mit 10 % an.*****

zusätzl. Erlöse 140.000-20.000* L 120.000,00
kalk. Abschreibung (100.000-20.000):3** 26.667,00 L
kalk. Zinsen 10% x (100.000+20.000) :2*** 6.000,00 L
sonstige Kosten ((60.000+10.000) x 3) :3**** 70.000,00 L
zusätzl. Kosten L L -102.667,00
zusätzl. Gewinn L L 17.333,00

Der zusätzliche Gewinn ist in diesem Beispiel positiv. Deshalb sollten Sie sich für das Investitionsprojekt entscheiden.

In der Praxis sind oft strategische Überlegungen für die Entscheidung viel wichtiger. Auch die Prüfung der getroffenen Annahmen auf ihre Plausibilität und die Erstellung einer sogenannten Sensitivitätsanalyse (Berechnung mit verschiedenen Annahmen - worst case / best case) zur Risikoeinschätzung stellen eine wichtige Beratungsleistung dar.

Wenn sie ein aufwendiges Investitionsprojekt planen, sollten Sie dieses zuvor mit uns einmal durchrechnen. Wir können genaue und umfangreiche Berechnungen mit mehrperiodigen, finanzmathematischen Verfahren durchführen, um gemeinsam mit Ihnen eine perfekte Lösung zu erarbeiten.


* Erlöse - Umsatzeinbußen
** Anschaffungswert – Restwert / Nutzungsdauer
*** 10% x durchschnittlich gebundenes Kapital:
Anfangsinvestition: 100.000, Restwert: 20.000
**** variable Stückkosten + Instandhaltung pro Jahr
***** Bei Kreditfinanzierung können anstelle von Abschreibung und Zinsen auch die laufenden Raten angesetzt werden.

 


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Letzte Aktualisierung 10-Feb-2003

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